Regelmäßige Leser dieses Blogs halten mich wahrscheinlich für den SAP-Guru. In gewisser Weise stimmt das sogar, obwohl ich mit allen unseren Produkten arbeite und mit Kunden in diversen Ländern und Branchen zu tun habe. Einen Aspekt der LRS-SAP-Beziehung kenne ich allerdings wirklich besser als die meisten anderen, nämlich den SAP-Zertifizierungsprozess. (Ich arbeite allerdings auch mit anderen Software- und Hardware-Anbietern zusammen, um zu prüfen, dass sich LRS-Produkte nahtlos in Lösungen der Drittanbieterintegrieren.
Warum sind Zertifizierungen und das Testen der Interoperabilität so wichtig? Ganz einfach: Wenn ein Kunde Zeit und Geld in eine Lösung investiert, will er auch, dass sie hält, was sie verspricht. Zur Gewährleistung der Produktkompatibilität verlassen sich Anwendungsanbieter wie SAP, Epic, Oracle u. a. auf standardisierte, dokumentierte Schnittstellen (API) und/oder umfangreiche Testprotokolle. Mit solchen Maßnahmen wird sichergestellt, dass Produkte von verschiedenen Anbietern reibungslos und sicher miteinander kommunizieren und das notwendige Feedback (zu Fehlern, erfolgreichem Abschluss von Aufträgen usw.) geben, das für effiziente Kunden-Workflows unerlässlich ist.
Kunden und selbst meine eigenen Kolleginnen und Kollegen stellen mir viele Fragen zu Zertifizierungen und der Kompatibilität mit Lösungen von Drittparteien. Im Folgenden beantworte ich einige der häufigeren Fragen direkt hier:
F: Welche technischen Vorteile bringt eine SAP-Zertifizierung?
A: Überhaupt keine! SAP-Zertifizierung bedeutet einfach nur, dass SAP validiert hat, dass die Lösung eines Anbieters die vorgegebene Schnittstelle auf die Weise verwendet, die SAP vorgesehen hat. Jeder kann ja Code schreiben und verkaufen und dabei irgendeine Funktion innerhalb einer bestimmten SAP-Oberfläche verwenden. Dabei kann die Art, in der der Anbieter die Oberfläche verwendet, jedoch mangelhaft sein, was die Unzuverlässigkeit oder sogar Leistungsabfall der SAP-Anwendung zur Folge haben könnte. Sich an Produkte zu halten, die eine SAP-Zertifizierung haben, kann dieses Risiko verringern. Auch wenn SAP im Allgemeinen nicht die Qualität des Codes eines Drittanbieters prüft, wird mit der Zertifizierung abgesichert, das der Anbieter die Oberfläche wie vorgesehen verwendet.
Es gibt noch einen anderen Vorteil für die Verwendung einer SAP-zertifizierten Lösung, die offen gesagt, nichts mit der Technik zu tun hat. Sollte SAP eine seiner Oberflächen ändern, wird SAP den Anbieter informieren, bevor die Änderung in Kraft tritt. Das bedeutet, dass Anbieter, noch bevor Probleme auftreten, alle Funktionen testen, ansprechen und die notwendigen Korrekturen einleiten können. Sollte die Lösung eines Anbieters NICHT zertifiziert sein, weiß SAP davon natürlich nichts und kann diesen Anbieter auch nicht informieren. Wenn eine SAP-Änderung dann ein Problem verursacht, kann die Verwendung einer nicht-zertifizierten Lösung bei den verschiedenen Parteien, die um eine Lösung bemüht sind, heftiges Stirnrunzeln und Kopfschütteln auslösen.
F: Was bedeutet die Zertifizierung „Works with RISE with SAP“?
A: Streng genommen sind wir nicht für Works with RISE with SAP „zertifiziert“. Dies ist einfach eine Ergänzung, die unseren BC-XOM-Zertifikat hinzugefügt wird. Ganz allgemein heißt Works with RISE with SAP, dass die Lösung mit SAP S/4HANA Cloud Private-Installationen verwendet werden kann, d. h. sie wurde auf dem System installiert, das von SAP bereitgestellt, unterstützt, betrieben und gewartet wird.
Im Fall von LRS bedeutet es, dass aufgrund der Funktionsweise von BC-XOM, die Installation unserer LRSQ-Komponente erforderlich ist, und dass SAP diese Installation vornimmt (dies schließt die Hyperscale-Umgebungen SAP RISE/ECS-Landschaft ein). Die LRSQ-Komponente ist „auf der weißen Liste“, was wiederum heißt, dass SAP geprüft hat, dass LRSQ das Betriebssystem auf keinerlei Weise schädigt. Das bedeutet auch, dass die SAP ein System bedient, über das sie die Kontrolle hat und voll für das installierte Produkt verantwortlich ist. Die Installation und der Betrieb ändern nicht, was sie zu tun hat, und setzt das System keinen anderen „betrieblichen“ Problemen aus (z. B. einem Daemon, der gelegentlich überwacht und neu gestartet werden muss).
F: Welche anderen Zertifikate hat LRS noch?
A: Moderne IT-Umgebungen integrieren Hardware und Software von verschiedenen Anbietern, von denen einige ihre eigenen Zertifizierungsprogramme haben. Für unsere MFPsecure/Print- und MFPsecure/Scan-Lösungen sind für die Teile unserer eingebetteten Software, die tatsächlich auf einem MFP laufen, normalerweise Zertifizierungen von dem entsprechenden Hardware-Herstellern erforderlich. Eine solche Zertifizierung ist mehr als ein Stück Papier. Die Software, die LRS schreibt, wird elektronisch vom Hersteller im Zertifizierungsprozess unterzeichnet. Ohne diese Signatur würde sie nicht laufen. Wir haben auch einige Zertifizierungen für unsere Verfahren wie beispielsweise unsere Compliance mit Standards wie ISO--27001.
F: Welche SaaS-Lösungen gibt es, die zertifizierte LRS-Lösungen beinhalten, und sind diese zertifiziert?
A: Also, LRS liefert ihre gesamte Software als SaaS-Angebot, das direkt bei LRS erhältlich ist. Uns ist es nicht sonderlich wichtig, wo Ihre Software läuft. Das kann an einem Standort, in Ihrem Cloud-Profil oder auch hybrid sein. Wir haben Vereinbarungen mit den meisten der großen Managed Print Suppliers (MPS), die LRS-Produkte als Teil ihres Service-Portfolios anbieten und ihren Kunden so einen End-to-End-Service einschließlich der Hardware bereitstellen. Alle diese MPS-Anbieter haben nicht nur bestimmte betriebliche und Hardware-Zertifizierungen, sondern sind auch – dank ihrer Beziehung zu LRS – gut geschult im Betrieb und der Pflege unserer Lösung.
F: Hat LRS eine standardmäßige und dokumentierte Lösung für (Cloud-)Plattformen und XYZ- sowie LRS-Produkte?
A: Für einige Lösungen wie Epic gibt es keine formelle Zertifizierung. Allerdings haben derartige Lösungen meist Marktplätze, und um auf diesen Marktplätzen angeboten zu werden, brauchen Sie eine Genehmigung. Andere –wie Zebra – listen uns als Technologiepartner, was bedeutet, dass Sie davon ausgehen können, dass eine gute Zusammenarbeit besteht.
Einige Cloud-Anbieter verfügen auch über die Technologie oder architektonische Entwürfe für Lösungen, die auf ihren Plattformen laufen, z. B. die folgende AWS Prescriptive Guidance: „Amazon Web Services (AWS) Prescriptive Guidance umfasst bewährte Strategien, Leitfäden und Modelle zur Beschleunigung Ihrer Cloud-Migrations-, Modernisierungs- und -Optimierungsprojekte. Diese Ressourcen wurden von AWS-Technologieexperten und der globalen Community an AWS-Partnern entwickelt und sie basieren auf deren jahrelanger Erfahrung, Kunden bei der Umsetzung ihrer Geschäftsziele auf AWS zu unterstützen.“ (Zum Anschauen eines konkreten Beispiels hier klicken.)
Konform, kompatibel, zertifiziert – was steckt in einem Namen?
Bei all den verschiedenen Kompatibilitätsvorgaben kann man schon etwas durcheinander kommen. In einigen Fällen gibt es ein klar umrissenes Dokument (wie ein SAP-Zertifikat), das sich mehr oder minder von selbst erklärt. In anderen Fällen wie der Mitgliedschaft einer Allianz, Partnerschaft oder eines Konsortiums sind die Vorteile für den Kunden vielleicht nicht ganz so offensichtlich. Letztendlich wünschen sich die meisten Kundenorganisationen schlicht und einfach eine Zusammenarbeit mit Unternehmen, die sie bei der Risikominimierung und Sicherung ihrer IT-Investitionen unterstützen.
Wie profitieren die Kunden in der Praxis denn nun von LRS-Zertifizierungen und anderen Branchenpartnerschaften? Hier ist ein neueres Beispiel: eine der größten SAP-Anlagen der Welt arbeitete mit ihrem IT-Dienstleister T-Systems zusammen, um die zertifizierte VPSX/OutputManager-Software von LRS in ihre Produktauslieferungsumgebung zu implementieren. In ihrem Produktionsprozesses verwendet sie Zebra-Drucker, die neben dem Fließband aufgebaut sind. Diese Geräte empfangen Daten von SAP-Anwendungen, wenn sie von Laser-Scannern, die die Gegenstände auf dem laufenden Fließband überwachen, aktiviert werden. Es ist wichtig, dass nur dann Etiketten gedruckt werden, wenn ein Gegenstand am Scanner vorbeifährt und dass jeweils nur ein einzelnes Etikett bei der Aktivierung gedruckt wird. Der gesamte Druckprozess kann Stunden oder Tage dauern und Pausen bei Schichtwechseln, Arbeitspausen usw. beinhalten. Während des gesamten Verfahrens dürfen die Drucksysteme nicht aus dem Takt kommen, da ansonsten die Geschäftsprozesse leiden.
Der VPSX/OutputManager ist für die Verwendung mit SAP-Anwendungen zertifiziert, was dem Kunden versichert, dass seine Druckinfrastruktur ordnungsgemäß mit den SAP-Systemen verknüpft ist. LRS hat auch eine Partnerschaft mit dem Hersteller der Zebra-Drucker und arbeitet daran PJL Status-Feedback zu Seiten und Gerätestand zu unserer Software hinzuzufügen. Und schließlich pflegt LRS eine Beziehung mit dem Service Provider des Kunden – T-Systems – und erhält klare Vorgaben, die unseren technischen Mitarbeitern helfen, unseren gemeinsamen Kunden einen reibungslosen Service zu bieten. Im Fall dieses großen SAP-Kunden hat sich die Arbeit, die LRS in die Verbesserung ihrer Lösungen gesteckt hat, in Form einer hochleistungsfähigen Druckumgebung ausgezahlt.
Partnerschaften, Allianzen und Zertifizierungen: fantastische Methoden zur Risikominimierung und die Sicherheit, dass sich Ihre Investitionen in Technologien bestmöglich auszahlen. Sie finden eine Liste der Allianzen und Partnerschaften unter diesem Link und Sie können auch stets Kontakt mit LRS aufnehmen, wenn Sie direkte und ehrliche Antworten auf Ihre Output Management-Fragen bekommen möchten.
Viele Grüße aus dem Odenwald.
—Al